Promotion
Home Mail Login

Foundation Quarter Horse Workshop auf der Circle L Ranch

Quelle: Quarter Horse Today - vom 19.05.2008


(Hardy Oelke) Am 10. Mai fand auf der Circle L Ranch in Wenden ein Foundation Quarter Horse Workshop statt. Volker und Kirsten Laves hatten ihre Anlage zur Verfügung gestellt, die Foundation Quarter Horse-Freunde großzügigerweise eingeladen und mit kostenlosen Getränken, Grill-Mittagessen und nachmittäglichem Kaffee und Kuchen bewirtet.

Etwa zwanzig Personen nahmen im Laufe des Tages teil, auch Markus Rensing als Obmann des DQHA-Zuchtausschusses. Es wurde festgestellt, inwieweit die einzelnen aktiv waren – manche hatten ihre Pferde bereits bei dem einen oder anderen Verband in den USA registriert bzw. zertifiziert. Dann wurde diskutiert, was für die Foundation Quarter Horses hierzulande getan werden sollte und kurz- und mittelfristig getan werden kann, inwieweit und mit welchem der amerikanischen Verbände zusammengearbeitet werden kann und vor allem, was ein Foundation Quarter Horse eigentlich ausmacht: neben der Abstammung (nur geringer Vollblutanteil) der Quarter Horse-Typ und Quarter Horse-spezifische Eigenschaften.

Es wurde Übereinstimmung festgestellt, dass dies keine Bewegung gegen die DQHA ist, sondern vielmehr möglichst mit der DQHA zusammengearbeit werden soll oder möglichst sogar im Rahmen der DQHA tätig zu sein. Nach Auffassung von Volker Laves und Markus Rensing ist dies durchaus möglich, z. B. durch eine Foundation-Kommission in der DQHA und einen Repräsentanten im Zuchtausschuss resp. in der Körkommission.

Es wurde auch auf die unterschiedlichen Ausrichtungen und Bewertungssysteme der amerikanischen Verbände eingegangen. Die NFQHA (National Foundation Quarter Horse Association) steht nicht in Konkurrenz zur AQHA und registriert keine Pferde; sie errechnet und zertifiziert lediglich den prozentualen Foundation-Blutanteil als Voraussetzung zur Startberechtigung auf ihren Shows und ist darum der geeignete Partner, auch mit Rückicht auf die DQHA.
Als wesentliche Aufgaben für die nahe Zukunft wurden festgehalten:

- Die Image-Verbesserung der Foundation Quarter Horses. Sie werden zum Teil als Randgruppe wahrgenommen, die von Exzentrikern zum Begucken gezüchtet werden. Hier muss deutlich gemacht werden, dass viele der erfolgreichsten Quarter Horses im Sport im Grunde Foundation Quarter Horses sind. Die Besitzer sollen möglichst überzeugt werden, ihre Pferde als Foundation-Pferde anerkennen (zertifizieren) zu lassen.

- Als Anreiz soll es künftig besondere Auszeichnungen für Foundation Quarter Horses geben, die in offenen Klassen erfolgreich sind. Es soll möglichst erreicht werden, dass die DQHA am Jahresende das erfolgreichste Foundation Quarter Horse ebenso ehrt, wie sie ihre anderen High-Point Horses ehrt.

- Generell soll Aufmerksamkeit auf das Foundation Quarter Horse gelenkt werden, u. a. dadurch, dass möglichst schon auf Nennformularen ein Feld vorgesehen sein soll, wo angekreuzt wird, ob ein Pferd als Foundation Quarter Horse zertifiziert ist.

Volker Laves machte dann eine Führung und stellte seine Pferde vor sowie auf der Ranch stationierte. Er erklärte, worauf er bei der Selektion bezüglich Conformation, Disposition und Bewegungen achtet. Es wurde deutlich, dass Qualität und Leistung und Foundation Quarter Horses kein Widerspruch sind und dass Foundation-gezogene Quarter Horses auch heute erfolgreich sein können, wenn entsprechend kenntnisreich und konsequent gezüchtet wird. Dabei ging es weniger um die Tatsache, dass diese erfolgreichen Pferde Foundation-gezogen waren, sondern dass sie auch wie Quarter Horses aussahen!

Nach dem Mittagessen zeigte Hardy Oelke anhand einer „Dia-Schau“ von alten Foundation Quarter Horses und einigen modernen QHs auf, dass der Rassetyp das A und O in der Zucht ist und seit über hundert Jahren – genaugenommen seit Jahrhunderten – Garant war für Quarter Horse-spezifisches Wesen und Leistungen. Ein korrektes Gebäude wird in allen Pferderassen angestrebt und ist unabhängig vom Rassetyp. So richtig das ist, garantiert es aber weder ein angenehmes Wesen, noch eine bestimmte Leistung. Viele der größten Vererber der Rasse Quarter Horse waren nicht korrekt gebaut, vererbten aber zuverlässig den Rassetyp und deshalb die dazugehörigen Eigenschaften; Smart Little Lena und Hollywood Dun It sind nur zwei prominente Beispiele. Der Rassetyp wird nach Auffassung der meisten Foundation-orientierten Quarter Horse-Züchter in der derzeitigen Bewertung entweder nicht erkannt, oder er hat nicht den Stellenwert, der ihm gebührt. Das zu ändern, soll Aufgabe der se Foundation-Züchter sein.

Danach wurde beraten, was kurzfristig getan werden kann. Ein eigenständiger Verein soll zunächst nicht gegründet werden, eher ein loser Zusammenschluss als Interessengemeinschaft oder einfach eine Arbeitsgruppe innerhalb der DQHA. Eine Website wird eingerichtet, auf der sich Interessierte über Foundation Quarter Horses und die Aktivitäten in unserem Land informieren können und die möglichst mit der Website der NFQHA und der DQHA verlinkt werden soll. Volker Laves wird bei den Nennungen für die auf der Circle L stattfindenden Shows die Frage nach der Foundation-Zertifizierung stellen, dasselbe gilt für die WESTERN HORSE Allround Trophy. Mit der NFQHA wird geklärt, inwieweit man uns für approved Klassen in Deutschland entgegenkommen kann, die möglichst schon in dieser Saison an bestehende Turniere angehängt werden sollen.